Tempest

Die Helden machten sich daran, den Beschluss zur Reise nach Ann Thuram in die Tat umzusetzen. Ylendriel gab zu bedenken, dass Simon noch immer sein Unwesen trieb, Gregorius wollte der Angelegenheit aber nicht weiter nachgehen und war überzeugt, dass Vater Meer den Ketzer richten würde. Der Rest der Gruppe begegnete Ylendriels Bedenken mit Gleichmut.
Am Strand angekommen fanden die Helden ihr Boot wieder und in gutem Zustand. Sie teilten sich auf um Trinkwasservorräte am Brunnen in Arams Wacht aufzufüllen und etwas frische Nahrung zu sammeln.

Zurück am Vater Meer-Schrein im Burghof beschwor Halvir Fässer, die er und Gregorius am Brunnen füllten. Blix verschwand noch einmal in der Burg und gab klimpernde Geräusche von sich, als er zurückkam. Kurz bevor die Arbeit beendet war, stieß Ylendriel mit einem erlegten Kleintier dazu und half.
Halvir beschwor steinerne Diener, die ein Fass aus der Burg hinaus rollten, während Blix versuchte, alle Arbeit andere tun zu lassen. Ylendriel kehrte auch noch einmal in die Burg zurück und gab vor, im Wurstraum noch Wurst vergessen zu haben. Als er zurückkam, erklärte er Gregorius, dass er sich geirrt hatte.

Mit ausreichend Trinkwasser, ein wenig frischem Fleisch und jeder Menge Fisch begann die Gruppe die lange Seereise nach Ann Thuram. Unsinkbar war wie gehabt mit der Navigation betraut.

Nach den ersten Tagen begegnete den Abenteurern ein Handelsschiff, das aus Navak kam. Gregorius nutzt die Gelegenheit um etwas frisches Obst zu kaufen. Die Händler berichteten, dass es in Navak eine Art Revolte gegeben hatte, ein vorher unbekannter Prinz Silberschwur die Macht an sich gerissen und einen Zustand der Gesetzlosigkeit geschaffen hatte. Details waren dem Händler nicht bekannt.

Eine weitere Station auf der Reise war eine kleine unbewohnte Insel. Halvir demonstrierte hier seine Kochkunst indem er mit Hilfe seiner Magie und wilden Kräutern über Nacht marinierte Möwen zubereitete.

Tage später fiel den Helden ein Schiff auf, dass beim Näherkommen als ein Sturmbrecher erkennbar wurde, ein mächtiges elfisches Schiff, das als einziges Modell in Tar auch zur Sturmzeit hochseetauglich war – die Drakensang einmal ausgenommen.

Bald stellten die Helden fest, dass das Schiff führerlos war und ziellos trieb. Rufe blieben unbeantwortet. Halvir nahm einen magischen Trank zu sich, unter dessen Einfluss er mühelos die Bordwand hinauf klettern konnte. Gemeinsam machten die Seefahrer ihr kleines Boot an dem Schiff fest und kletterten an Deck. Auch nachdem sie den Anker geworfen hatten, zeigte sich niemand von der Besatzung.

Sie gingen zunächst in die Kapitänskajüte, wo sie die Leiche eines offensichtlich unverletzten Elfen fanden. Blix nutzte einen unbeobachteten Moment um sich davon zu stehlen und die Treppe zum Unterdeck zu nehmen. In einer Truhe entdeckte Halvir eine magische Kette. Es fiel auf, dass die Leiche des Elfen keinen Schatten warf.
Die weitere Erkundung des Schiffs brauchte die Gruppe auf dem Unterdeck in einen Schlafsaal, viele weitere Elfenleichen lagen dort. Als Halvir merkte, dass Blix die Leichen der Elfen geplündert hatte, wurde er sehr ungehalten und beinahe wäre die Situation eskaliert, endete dann aber doch gewaltlos.

In der Nähe befand sich eine kleine Waffenkammer, wo sich Ylendriel mit einem neuen, elfischen Schwert ausrüstete. Kurz darauf bemerkte erst Gregorius und etwas später auch Ylendriel, dass er keinen Schatten mehr warf. Allerdings erschien eine Vielzahl von Schatten von humanoiden Wesen an den Schiffswänden, die sich frei bewegten.
Die Helden zogen sich ins Freie zurück, wohin die Schatten nicht folgten. Vorsichtiger kehrten die Abenteurer in das Schiff zurück. Im Schlafsaal trafen sie einen Schatten an, der anders als die anderen nicht an den Wänden war, sondern aufrecht im Raum stand. Blix leuchtete ihn mit seiner magischen Lampe an und der Schatten verschwand, ebenso die Schatten an den Wänden. Danach kam es zu keinen Begegnungen mehr mit den Schatten.

Vorsichtig sah die Gruppe sich weiter im Schiff um und hoffte, den Grund für den Spuk zu finden. Im Kiel des Schiffes fanden die Helden eine brennende Kerze, die scheinbar noch nicht sehr lange brannte. Sie nahmen sie mit und stellten zahlreiche Untersuchungen mit der Kerze an. Halvir stellte fest, dass derjenige, der die Kerze löschte, seinen Schatten von sich selbst lösen und unabhängig steuern konnte. Daraufhin beanspruchte er, Halvir, Meister der Schatten, genannt zu werden.

Nach sehr vielen Experimenten gelang es Unsinkbar als einzigem, mehrere Schatten von sich lösen. Und zu steuern. Gregorius war wegen seines fehlenden Schattens sehr besorgt, während Ylendriel nur Vorteile in einem fehlenden Schatten sah.

Die Helden beschlossen, das rätselhafte Schiff zu verlassen, da sie es unmöglich zu sechst und mit nur einem fähigen Seefahrer führen konnten. Um einerseits die Besatzung angemessen zu bestatten und andererseits zu verhindern, dass ein Sturmbrecher in falsche Hände fällt, beschlossen sie, das Schiff zu verbrennen. Gregorius bot an, Bestattungsrituale von Vater Meer durchzuführen, die Elfen lehnten aber ab und begnügten sich mit einer von Ylendriel gespielten Trauermelodie.
Den brennenden Sturmbrecher hinter sich lassend setzten die Helden den Seeweg mit ihrem Boot fort.

In den folgenden Tagen auf See übten Gregorius und Ylendriel den bewaffneten Kampf, fühlten sich aber zunehmend erschöpft. Zuerst gaben beide nichts darauf, doch nach wenigen Tagen erkrankte Ylendriel und fühlte sich elend. Gregorius heilte ihn zwar, aber beide erkannten, dass es an den fehlenden Schatten liegen musste.
Unsinkbar stellte Schnitzereien von den beiden her, deren Schatten mit Hilfe der Kerze an die beiden angeheftet wurden. Danach trat schnell Besserung ein und die Schatten nahmen im Verlauf der nächsten Tage die normale Größe an.

Trotz fortwährender Navigationsfehler von Unsinkbar, die niemand bemerkte, näherten die Reisenden sich langsam ihrem Ziel. Auf kleineren Vorort-Inseln konnten sie ihre Vorräte auffüllen, bedeutende Neuigkeiten, insbesondere über die Situation in Navak, waren aber noch nicht dorthin vorgedrungen.

Nicht mehr weit von Navak entfernt überholte ein schnelles Schiff das Boot der Helden. Unsinkbar tauschte sich kurz per Flaggenzeichen mit der Besatzung aus, aber erst als das andere Schiff schon weit entfernt war, wurde der Bootsbesatzung klar, dass sie eine Chance vergeben hatten, sich schleppen zu lassen.

Auf einer weiteren Insel kurz vor Ann Thuram gab es einen größeren Ort und einen Hafen, wo es möglich gewesen wäre, eine schnellere Passage nach Ann Thuram zu buchen. Da es aber nicht mehr weit war und Gregorius nach wie vor die Idee verfolgte, das gestohlene Boot an die Vater Meer-Kirche zurück zu geben, setzten die Abenteurer die Reise mit dem kleinen Boot fort. Dennoch dauerte es nicht mehr lang, bis sich am Horizont die Küste von Ann Thuram abzeichnete…

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Ylendriel

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